Geologie: Soest wird steinreich

Die Soester Börde bildet den südlichen Teil der Westfälischen Bucht (auch Münsterländer Kreidebecken oder als Westfälische Oberkreidemulde bezeichnet). Während der Kreidezeit sind infolge hoher Temperaturen die Polkappen eisfrei und der Meeresspiegel liegt rund 70 m höher als heute.

In der ausgehenden Unterkreide vor gut 100 Mio. Jahren senkte sich das Gebiet, das Meer brach in das „westfälische“ Becken ein und drang bis zum Rand des heutigen Sauerlandes vor. Während der gesamten Oberkreide war die sich absenkende Mulde des Münsterlandes ein warmes Schelfmeer. In ihm wurden nach und nach sandige Sedimente abgelagert, die sich allmählich zu Stein verfestigten.

In der südlichen Wesfälischen Bucht sind die Sande (Quarze) kalkgebunden und so kalkhaltig, dass es eigentlich Kalksteine sind und die übliche Bezeichnung als „Sandstein“ damit nicht richtig ist. Daneben enthalten die „Sandsteine“ als Beimengung Glaukonite. Diese geben dem Gestein je nach Aluminium oder Eisengehalt und Oxidationsstufe einen grünen oder blauen Farbton, der bräunlich verwittern kann.

Wirtschaftliche Bedeutung haben noch heute die Kalkgewinnung für die Zementindustrie bei Erwitte und der Abbau von Grünsandstein bei Anröchte (auch Blausandstein) und Rüthen und früher bei Werl (auch Braunsandstein). Aber auch südlich der Stadt Soest zieht sich von Ost nach West eine leicht zugängliche mächtige Lagerstätte hin, die im Mittelalter bis in die Neuzeit für Bauten der Stadt Soest aufgeschlossen wurde.